Kuraray: Digitalisierung von Anlagen mit CADISON

Kuraray: Digitalisierung von Anlagen mit CADISON

Zentrale Engineering-Daten für Betrieb, Instandhaltung und Engineering

Wie Kuraray mit CADISON verteilte Anlageninformationen zusammenführt, datenorientierte Workflows etabliert und die Grundlage für den zukünftigen Digital Twin schafft.

Historisch gewachsene Industrieanlagen bringen häufig ebenso gewachsene Datenstrukturen mit sich: Technische Informationen liegen in unterschiedlichen Systemen, Dokumentationen existieren in verschiedenen Versionen und Daten müssen teilweise mehrfach gepflegt werden.

Auch Kuraray stand am Standort Frankfurt vor dieser Herausforderung. Mit CADISON schafft der Spezialchemie-Hersteller eine zentrale Engineering-Datenbasis, die Informationen aus Engineering, Instandhaltung und Betrieb verbindet und bestehende Prozesse schrittweise datenorientiert weiterentwickelt.

Von verteilten Daten zur Single Source of Truth

Am Kuraray-Standort Frankfurt werden seit den 1970er-Jahren Anlagen zur Herstellung von Polyvinylalkohol (PVA) betrieben und kontinuierlich modernisiert. Über Jahrzehnte entstanden dabei große Mengen technischer Daten und Dokumentationen in unterschiedlichen Systemen.

Die Folge: Informationen mussten gesucht, zusammengeführt oder mehrfach gepflegt werden. Unterschiedliche Datenstände konnten zusätzlichen Aufwand, Fehler und Verzögerungen verursachen.

Mit CADISON verfolgt Kuraray deshalb das Ziel einer zentralen Datenbasis als Single Source of Truth. Die CAE-Plattform verbindet Datenbank-, Grafik- und Dokumentenmanagement und lässt sich gleichzeitig in bestehende Systeme wie das EMR-Planungssystem Prodok integrieren.

Datenzentrierte Workflows und intelligente P&IDs

Mit CADISON entwickelt Kuraray seine bestehenden Engineering-Prozesse zu stärker datenorientierten Workflows weiter. Technische Informationen werden nicht ausschließlich in einzelnen Zeichnungen oder Dokumenten abgelegt, sondern mit intelligenten Engineering-Objekten verknüpft.

Dadurch können beispielsweise R&I-Fließbilder bzw. P&IDs, Rohrleitungsdokumentationen und Wartungsinformationen auf einer gemeinsamen Datenbasis genutzt und zwischen den beteiligten Bereichen ausgetauscht werden.

Für die Bearbeitung der Fließbilder können unterschiedliche Anwendergruppen passende Werkzeuge nutzen: Verfahrenstechniker arbeiten unter anderem mit dem CADISON PID Designer auf Basis von Microsoft Visio, während für umfangreichere Arbeiten ein AutoCAD-basierter P&ID Designer eingesetzt werden kann. Die zugrunde liegenden Daten bleiben dabei erhalten.

Datenbereinigung und Change Management als Erfolgsfaktoren

Die Erfahrung bei Kuraray zeigt zugleich, dass Anlagendigitalisierung nicht allein durch die Einführung neuer Software entsteht.

Vorhandene Datenbanken, redundante Informationen und historisch gewachsene Prozesse mussten zunächst bereinigt und neu strukturiert werden. Gleichzeitig benötigen Mitarbeitende Schulungen, geeignete Arbeitsoberflächen und ausreichend Zeit, um neue datenbasierte Prozesse im Alltag zu etablieren.

Auch eine stabile IT-Umgebung und die Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen, interner IT und ITandFactory sind wichtige Voraussetzungen. Digitalisierung wird damit nicht nur zu einem Technologieprojekt, sondern auch zu einem Change-Prozess.

Zentrale Datenbasis für effizientere Engineering-Prozesse

Die Integration von CADISON zeigt für Kuraray klare Vorteile: Durch die zentrale Datenbasis konnten Suchzeiten reduziert, Fehlerquellen verringert und Prozesse beschleunigt werden.

Aktuelle Fließbilder und technische Informationen verbessern zudem die Zusammenarbeit zwischen Engineering, Instandhaltung und Betrieb. Daten können über verschiedene Bereiche hinweg konsistenter weiterverwendet werden, anstatt mehrfach in getrennten Systemen gepflegt zu werden.

Damit schafft Kuraray eine Grundlage, um weniger Zeit mit der Suche und Pflege technischer Informationen und mehr Zeit mit produktiven Engineering-Aufgaben zu verbringen.

Was Anlagenbetreiber aus dem Kuraray-Projekt mitnehmen können

Der Kuraray-Case zeigt vier zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Anlagendigitalisierung:

  • Engineering-Daten zentralisieren, um unterschiedliche Datenstände und redundante Pflege zu reduzieren.
  • Bestehende Systeme integrieren, statt neue isolierte Datenwelten aufzubauen.
  • Daten und Workflows vor der Digitalisierung bereinigen und standardisieren.
  • Anwender früh einbinden, denn technische Performance, Schulung und Change Management bestimmen wesentlich die Akzeptanz.

Entscheidend ist damit nicht nur die Digitalisierung einzelner Dokumente, sondern eine verlässliche Datenbasis für durchgängige Engineering-Prozesse.

Ausblick: Von der zentralen Datenbasis zum Digital Twin

Kuraray möchte die IT-Systemlandschaft weiter optimieren und den Ansatz auf das Tagesgeschäft sowie weitere Standorte ausweiten.

Langfristiges Ziel ist der Aufbau eines digitalen Zwillings, der den gesamten Lebenszyklus der Anlagen abbildet. Eine zentrale und konsistente Engineering-Datenbasis bildet dafür einen wichtigen Baustein.

Häufige Fragen
Warum setzt Kuraray CADISON für die Anlagendigitalisierung ein?
Kuraray möchte Engineering-Daten, Grafiken und technische Dokumentationen stärker zentralisieren und unterschiedliche Datenstände vermeiden. CADISON verbindet Datenbank-, Grafik- und Dokumentenmanagement in einer multidisziplinären Engineering-Umgebung und lässt sich gleichzeitig in bestehende Systeme wie Prodok integrieren.
Welche Rolle spielt die Single Source of Truth bei Kuraray?
Die zentrale Datenbasis soll sicherstellen, dass Engineering, Instandhaltung und Betrieb auf konsistente und aktuelle Informationen zugreifen. Dadurch können Suchaufwände reduziert, parallele Dokumentversionen vermieden und Änderungen zuverlässiger zwischen den beteiligten Bereichen ausgetauscht werden.
Welche Rolle spielt CADISON auf dem Weg zum Digital Twin?
CADISON unterstützt Kuraray beim Aufbau strukturierter und miteinander verknüpfter Engineering-Daten. Diese konsistente Datenbasis ist ein wichtiger Baustein für das langfristige Ziel, Informationen über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen in einem digitalen Zwilling zusammenzuführen.
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